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Factorial kooperiert mit Karma Automotive, um die Entwicklung von Elektrofahrzeugen mit Festkörperbatterien in Amerika voranzutreiben

19. Februar 2026 Autor: Astute Analytica

Factorial hat den Start eines nach eigenen Angaben in den USA ansässigen Programms zur Produktion von Festkörperbatterien für Pkw angekündigt. Diese Initiative ist eine Kooperation mit Karma Automotive, einem Komplettanbieter von Automobilen und einer Tochtergesellschaft der Wanxiang Group, beide mit Sitz in den USA. 

Ziel der Partnerschaft ist die Integration der firmeneigenen FEST (Factorial Electrolyte System Technology) Festkörperbatterietechnologie von Factorial in die Fahrzeugplattform der nächsten Generation von Karma. Dies stellt einen bedeutenden Fortschritt in der heimischen Elektrofahrzeuginnovation dar.

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Karma Kaveya: Das erste Fahrzeug mit FEST-Technologie

Festkörperbatterietechnologie präsentiert, wird das Karma Kaveya Super-Coupé sein, ein ultra-luxuriöser Hochleistungssportwagen, der voraussichtlich Ende 2027 auf den Markt kommt. Karma bietet derzeit Plug-in-Hybridfahrzeuge an, hat aber bisher keine vollelektrischen Fahrzeuge hergestellt. Das Unternehmen betont, dass seine Fahrzeuge in den USA entwickelt, konstruiert und gebaut werden. Durch diese Zusammenarbeit wollen Karma und Factorial die US-amerikanische Führungsrolle in der Elektro- und Hybridfahrzeugtechnologie weiter ausbauen. Ihre gemeinsamen Bemühungen dienen außerdem dazu, die praktische Anwendbarkeit der Festkörperbatterietechnologie in einem Serienfahrzeug zu validieren.

Vorteile und Eignung von Festkörperbatterien

Festkörperbatterien, insbesondere die FEST-Technologie von Factorial, zeichnen sich durch ihr Potenzial aus, im Vergleich zu herkömmlichen Lithium-Ionen-Batterien eine höhere Energiedichte, kürzere Ladezeiten, verbesserte Sicherheit und längere Lebensdauer zu bieten. Diese Eigenschaften prädestinieren sie für Anwendungen in Elektrofahrzeugen und Energiespeichersystemen (ESS). Trotz ihrer Vorteile haben sich Festkörperbatterien jedoch noch nicht flächendeckend im kommerziellen Einsatz durchgesetzt. Karma betont, dass die Eigenschaften der FEST-Technologie optimal mit den anspruchsvollen Leistungs- und Designanforderungen des Kaveya-Modells übereinstimmen und sie somit ideal für dieses Ultra-Luxusfahrzeug geeignet ist.

Führungsperspektiven und strategisches Timing

Marques McCammon, Präsident und CEO von Karma Automotive, erklärte, die Markteinführung des Elektrofahrzeugs Kaveya habe sich verzögert, da das Unternehmen zuvor keinen klaren Weg gefunden hatte, das kompromisslose Fahrerlebnis zu bieten, das man von einem amerikanischen Hersteller von Luxusfahrzeugen erwartet. Er zeigte sich optimistisch, dass die Partnerschaft mit Factorial und die Integration der FEST-Technologie Karma nicht nur in die Lage versetzen würden, dieses Erlebnis zu realisieren, sondern auch den Weg für robustere und stabilere elektrifizierte Antriebssysteme für Karma-Besitzer und die gesamte Automobilindustrie ebnen würden.

Integration von FEST: Technologie- und Produktionsvorteile

Factorial beschreibt sein FEST-Produkt als „Quasi-Festkörperbatterie“, die eine sehr geringe Menge flüssigen Elektrolyten mit einem festen Polymerelektrolyten kombiniert. Dank dieses Hybrid-Designs lassen sich FEST-Batterien problemlos in bestehende Produktionslinien für Lithium-Ionen-Batterien integrieren und nutzen dabei bis zu 80 % der vorhandenen Fertigungsanlagen. Diese Kompatibilität ermöglicht eine schnelle Skalierung im Rahmen der Karma-Vereinbarung und somit eine effiziente Produktionserweiterung ohne den Bedarf an komplett neuer Infrastruktur.

Factorial präsentierte FEST zunächst in Zusammenarbeit mit dem Automobilhersteller Stellantis, der 2021 75 Millionen US-Dollar in das Unternehmen investierte. Factorial bietet außerdem mit Solstice eine Festkörperbatterie an, die im Trockenbeschichtungsverfahren hergestellt wird. Mercedes-Benz hat diese Technologie lizenziert und beginnt im März 2025 mit Straßentests.

Das Rennen um den Einsatz von Festkörperbatterien

Das vielversprechende Potenzial von Festkörperbatterien hat einen Wettlauf zwischen Automobilherstellern und Batterieproduzenten um die Markteinführung dieser Technologie entfacht. Karmas Ziel, den Kaveya mit FEST-Technologie bis Ende 2027 auf den Markt zu bringen, positioniert das Unternehmen unter den Vorreitern. Aufgrund der geringen Produktionsmenge und der Fokussierung auf Luxusfahrzeuge wird der mit Festkörperbatterie ausgestattete Kaveya jedoch voraussichtlich in naher Zukunft für den Massenmarkt unerreichbar bleiben.

Auch andere große Hersteller treiben ihre eigenen Festkörperbatterie-Initiativen voran. Stellantis plant, die Batterien von Factorial bis Ende 2026 in eine Demonstrationsflotte zu integrieren, während Mercedes-Benz sich zu einer Demonstrationslinie im Jahr 2025 verpflichtet hat. Nissan betreibt eine aktive Pilotlinie und strebt die Markteinführung eigener, intern entwickelter Elektrofahrzeuge mit Festkörperbatterien bis zum Geschäftsjahr 2028 an. Nissan kooperiert mit LiCap Technologies, einem Unternehmen mit einer Produktionsanlage in Kalifornien, die sich auf die Überwindung von Produktionsineffizienzen im Zusammenhang mit Trockenprozesselektroden konzentriert – ein Haupthindernis für die breite Akzeptanz von Festkörperbatterien.