Das Multiple Myelom (MM) ist eine seltene und komplexe Krebserkrankung der Plasmazellen, einer Art weißer Blutkörperchen im Knochenmark, die Antikörper produzieren. Die Erkrankung verläuft in mehreren Stadien: von der monoklonalen Gammopathie unbestimmter Signifikanz (MGUS) über das indolente Multiple Myelom (SMM) bis hin zum aktiven Multiplen Myelom, das eine medizinische Behandlung erfordert. Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) gab es im Jahr 2022 weltweit etwa 187.952 Neuerkrankungen an Multiplem Myelom. Dies entspricht 1 % aller Krebserkrankungen und 10 % aller Blutkrebserkrankungen.
Der Markt für Behandlungen des Multiplen Myeloms wird voraussichtlich stetig wachsen. Der Umsatz soll von 22,6 Milliarden US-Dollar im Jahr 2024 auf 30,3 Milliarden US-Dollar im Jahr 2033 steigen, was einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate (CAGR) von 3,3 % entspricht. Diese Expansion wird durch die steigende Prävalenz des Multiplen Myeloms, die wachsende Zahl gefährdeter älterer Menschen, die zunehmende Forschung und Entwicklung im Bereich des Multiplen Myeloms sowie die steigenden Arzneimittelausgaben angetrieben. Darüber hinaus eröffnet die auf Biomarkern basierende Früherkennung und Prognose neue Marktchancen.
Im Jahr 2024 wurden weltweit rund 880.000 Menschen wegen eines Multiplen Myeloms behandelt. Davon befanden sich 215.000 Patienten in Zweitlinientherapie und 295.000 in Drittlinientherapie oder höher. Das Multiple Myelom (MM) tritt vorwiegend bei älteren Erwachsenen auf, das durchschnittliche Diagnosealter liegt bei etwa 69 Jahren. Da die ältere Bevölkerung weltweit zunimmt, wird auch die Prävalenz des Multiplen Myeloms voraussichtlich steigen. Der Anteil der älteren Bevölkerung an der Gesamtbevölkerung wird voraussichtlich von 12 % im Jahr 2015 auf 22 % im Jahr 2050 ansteigen. Dies dürfte den Therapiebedarf dieser Patientengruppe erhöhen.
Obwohl das Multiple Myelom derzeit noch nicht heilbar ist, lässt es sich durch moderne Behandlungsansätze zunehmend besser kontrollieren. Die Behandlung beginnt in der Regel mit einer Induktionstherapie, die darauf abzielt, die Anzahl der Myelomzellen zu reduzieren. Die Erstlinientherapie besteht typischerweise aus einer Kombination von Immunmodulatoren (IMiDs), Proteasom-Inhibitoren, Kortikosteroiden und monoklonalen Antikörpern. Ein gängiges Behandlungsschema umfasst eine Dreierkombination aus Bortezomib, Cyclophosphamid und Dexamethason (VCD). Eine intensivere Option für Patienten, die für eine autologe Stammzelltransplantation (ASCT) geeignet sind, ist eine Viererkombination aus Daratumumab, Bortezomib, Thalidomid und Dexamethason (Dara-VTD). Diese Kombinationen erzielen die längsten Remissionsphasen und reduzieren die Myelomzellen häufig auf ein Minimum oder gar nicht mehr nachweisbare Werte.
Ein Rückfall ist jedoch häufig. Bei einem Rückfall kann die Behandlung die Wiederholung früherer Therapien oder den Einsatz alternativer Wirkstoffe umfassen. Isa-Pd (Isatuximab, Pomalidomid, Dexamethason) kann bereits im Frühstadium eines Rückfalls eingesetzt werden, um die Erkrankung effektiv zu behandeln. Auch Biomarker spielen eine Rolle bei der Therapieentscheidung. Beispielsweise führt die t(11;14)-Translokation, die bei etwa 15–20 % der Patienten mit multiplem Myelom vorkommt, zu einem besseren Ansprechen auf Venetoclax und damit zu besseren Behandlungsergebnissen im Vergleich zu Patienten ohne diese genetische Translokation.
Für Patienten mit einer dreifach refraktären Erkrankung, bei der der Krebs nicht mehr auf Proteasom-Inhibitoren, Immunmodulatoren oder Anti-CD38-monoklonale Antikörper anspricht, stehen fortgeschrittene Therapien zur Verfügung. Dazu gehören Abecma, Carvykti, Tecvayli, Talvey und Elrexfio, die neue Hoffnung in Fällen bieten, in denen zuvor nur begrenzte Behandlungsmöglichkeiten bestanden.
Zu den vielversprechendsten Fortschritten in der Behandlung des Multiplen Myeloms zählen die CAR-T-Zell-Therapien Abecma und Carvykti. Bei diesen Therapien werden die körpereigenen Immunzellen so umprogrammiert, dass sie Myelomzellen gezielt angreifen und zerstören. Schätzungsweise 80.000 Patienten mit rezidiviertem Multiplen Myelom, die sich zwischen der zweiten und vierten Therapielinie befinden, kommen für eine CAR-T-Zell-Therapie infrage. Nach der vierten Therapielinie könnten weitere 22.000 Patienten in fortgeschrittenen Stadien ebenfalls für diese Therapie in Frage kommen. Die Therapien haben bemerkenswerte Ergebnisse gezeigt: Die Fünf-Jahres-Überlebensrate liegt mittlerweile bei fast 60 % (abhängig vom Stadium bei der Diagnose und dem Zugang zur Behandlung).

Epidemiologischer Überblick: Angesichts der zunehmenden Belastung älterer Erwachsener und der höheren Inzidenz bei Männern sind maßgeschneiderte Screening- und Behandlungsansätze unerlässlich, um die Behandlungsergebnisse zu verbessern.
Das multiple Myelom, das 17 % aller hämatologischen Malignome ausmacht, gilt als wichtige hämatologisch-onkologische Indikation, d. h. mit einer höheren Prävalenz bei Männern im Vergleich zu Frauen. Das mittlere Alter bei Diagnosestellung beträgt 70 Jahre. Jüngere Patienten weisen ein niedrigeres ISS-Stadium (International Staging System) auf und haben bessere Behandlungsergebnisse. Ältere Patienten weisen ungünstigere prognostische Faktoren auf.
Die Vereinigten Staaten im Fokus:
Die American Cancer Society schätzte für das Jahr 2025 36.110 Neuerkrankungen an multiplem Myelom und 12.030 Todesfälle. Männer erkranken mit einer Wahrscheinlichkeit von 0,9 %, Frauen mit 0,8 %. Besonders gefährdet sind Menschen ab 65 Jahren.
Inzidenz nach Alter
Die altersstandardisierte Inzidenzrate pro 100.000 Einwohner ist in der Altersgruppe der 65- bis 85-Jährigen und Älteren am höchsten. Dies unterstreicht den Bedarf an Medikamenten mit einem hohen Sicherheitsprofil. Diese Bevölkerungsgruppe ist anfällig für altersbedingte Gesundheitsverschlechterungen und leidet häufig unter Begleiterkrankungen.
Die Häufigkeit
ist bei Männern höher als bei Frauen, und zwar in allen Altersgruppen. Bei Männern liegt die Häufigkeit bei über 16,3 % im Vergleich zu Frauen, was auf die Notwendigkeit regelmäßiger Kontrolluntersuchungen bei Männern hinweist.
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Treiber: Die zunehmende Belastung durch das Multiple Myelom in einer alternden Welt.
Angesichts der wachsenden Zahl älterer Menschen ist mit einem Anstieg der Fälle von Multiplem Myelom zu rechnen. In Europa lag die Inzidenzrate im Jahr 2022 bei 2,8 pro 100.000 Einwohner. Die Diagnose wird im Durchschnitt mit etwa 69 Jahren gestellt. Die höchsten Inzidenzraten wurden in den Altersgruppen 65–85+ (22,3 %), 35–64 (4,0 %) und 0–34 (0,03 %) beobachtet. In Europa ist die Prävalenz bei Männern (3,4 %) höher als bei Frauen (2,3 %).
Dieses altersbedingte Muster gewinnt angesichts der rasanten globalen Alterung an Bedeutung. Bis 2030 wird weltweit jeder sechste Mensch über 60 Jahre alt sein; diese Zahl wird sich bis 2050 voraussichtlich auf 2,1 Milliarden verdoppeln. Infolgedessen wird erwartet, dass die Zahl der älteren Erwachsenen mit der Diagnose Multiples Myelom in den nächsten zwei Jahrzehnten um fast 80 % steigen wird. Dieser demografische Wandel hat weitreichende Folgen für die Infrastruktur des Gesundheitswesens und die Behandlungsversorgung.
Ältere Patienten weisen häufig zusätzliche Komplexitäten wie Gebrechlichkeit, Organfunktionsstörungen und Komorbiditäten auf, Faktoren, die sowohl die Diagnose als auch die Therapieentscheidung erschweren. Diese Herausforderungen unterstreichen den Bedarf an individualisierten und altersangepassten Strategien, die Früherkennung, unterstützende Versorgung und geriatrie-sensible Behandlungsregime priorisieren.
Um dieser steigenden Belastung gerecht zu werden, müssen die Gesundheitssysteme proaktiv reagieren. Investitionen in gezielte Forschung, einen erweiterten Zugang zur Versorgung und die Entwicklung integrierter, patientenzentrierter Modelle sind entscheidend, um verbesserte Behandlungsergebnisse für Patienten mit multiplem Myelom zu gewährleisten – insbesondere in der wachsenden älteren Bevölkerungsgruppe.
Herausforderungen: Die finanzielle Belastung durch fortgeschrittene Therapien des multiplen Myeloms.
Fortgeschrittene Therapien für das multiple Myelom, darunter CAR-T-Zell-Therapien und bispezifische Antikörper, geben Patienten mit rezidivierter oder refraktärer Erkrankung neue Hoffnung. Diese Fortschritte sind jedoch mit einer hohen finanziellen Belastung verbunden. Bispezifische Antikörper wie Tecvayli, Elrexfio und Talvey haben die Behandlungskosten deutlich erhöht. Beispielsweise kostet Tecvayli in den ersten 28 Tagen rund 29.608 US-Dollar und danach 26.964 US-Dollar pro Zyklus. CAR-T-Zell-Therapien sind noch teurer. Abecma (Idecabtagene Vicleucel), in den USA für Patienten zugelassen, die mindestens zwei Vortherapien erhalten haben, kostet rund 419.500 US-Dollar, während Carvykti (Ciltacabtagene Autoleucel) für Patienten mit rezidiviertem refraktärem multiplem Myelom etwa 465.000 US-Dollar kostet. Hinzu kommt die begrenzte Anzahl an CAR-T-Zell-Zentren, was die Situation zusätzlich verschärft. Stand Juli 2024 waren CAR-T-Zell-Therapien nur in 311 zertifizierten Zentren in den USA verfügbar, was für Patienten weite Strecken bedeuten und die finanzielle und logistische Belastung weiter erhöhen kann.
Die Kostenübernahme durch die Krankenversicherung bietet zwar eine gewisse Entlastung, doch die Herausforderungen bleiben bestehen. Während private Krankenversicherungen oft mit besserem Zugang und besseren Behandlungsergebnissen einhergehen, sehen sich Patienten mit staatlichen Programmen wie Medicare häufig mit eingeschränktem Zugang und Deckungslücken konfrontiert. Die Erstattungsprozesse sind komplex, und die Selbstbeteiligungskosten können dennoch erdrückend sein. Studien haben gezeigt, dass 55 % der versicherten Patienten mit multiplem Myelom über finanzielle Schwierigkeiten berichten. Dies verdeutlicht die finanzielle Belastung, bei der die Behandlungskosten selbst zu Stress und einer geringeren Therapietreue führen.
Während fortschrittliche Therapien die Behandlungsergebnisse beim multiplen Myelom grundlegend verändern, stellen ihre Kosten ein ernsthaftes Hindernis dar, was den Zugang ungleichmäßig macht und die Nachhaltigkeit der Behandlung zu einem wachsenden Problem für Patienten und Gesundheitssysteme gleichermaßen werden lässt.
Chancen: CAR-T-Zellen und bispezifische Antikörper definieren das Behandlungspotenzial neu.
Die Therapielandschaft des Multiplen Myeloms (MM) entwickelt sich durch bedeutende Fortschritte in der CAR-T-Zell-Therapie und bei bispezifischen Antikörpern stetig weiter und bietet damit vielversprechende Möglichkeiten. CAR-T-Zell-Therapien wie Idecabtagene Vicleucel und Ciltacabtagene Autoleucel haben bei Patienten mit rezidiviertem/refraktärem MM beeindruckende Ansprechraten von 73–98 % gezeigt. Rezidive stellen jedoch weiterhin eine große Herausforderung dar, da nahezu alle Patienten betroffen sind und etwa 50 % innerhalb von 26,9 Monaten einen Rückfall erleiden. Die Chance liegt in der Verbesserung der Langzeitwirkung von CAR-T-Zellen und deren Kombination mit anderen Therapien für länger anhaltende Remissionen. Diese Therapien sind jedoch nicht sofort verfügbar.
Bispezifische Antikörper gegen BCMA und GPRC5D stellen vielversprechende, sofort verfügbare Alternativen zur CAR-T-Zell-Therapie dar und erzielen Ansprechraten von über 60 % (Teclistamab) bei Patienten mit refraktärem MM. Trotz ihres Potenzials müssen Probleme wie Toxizität und Antigen-Escape angegangen werden. Die Kombination bispezifischer Antikörper mit anderen Therapien könnte die Wirksamkeit verbessern, insbesondere bei fortgeschrittenem Multiplen Myelom.
Nach Wirkstoffklasse: IMiDs und Proteasom-Inhibitoren dominieren die Erstlinien- und Rezidiv-/refraktäre Therapie, während zelluläre und bispezifische Therapien die späteren Therapielinien neu definieren.
Der globale Markt für Multiples Myelom ist nach Wirkstoffklassen in Alkylanzien, Proteasom-Inhibitoren, Immunmodulatoren (IMiDs), monoklonale Antikörper (mAbs), Inhibitoren des nukleären Exports, Kortikosteroide, Histon-Deacetylase-Inhibitoren (HDAC-Inhibitoren), Antikörper-Wirkstoff-Konjugate, bispezifische T-Zell-Engager und CAR-T-Zell-Therapie unterteilt.
Derzeit wird der Markt von IMiDs und Proteasom-Inhibitoren angeführt, die zusammen das Rückgrat der Behandlung sowohl in der Erstlinien- als auch in der Rezidiv-/refraktären Therapie bilden. Die Wahl einer geeigneten Behandlungsstrategie ist multifaktoriell und wird vom Krankheitsstadium des Patienten, seiner Vorbehandlung und seinem allgemeinen Gesundheitszustand beeinflusst. Unter den IMiDs dominieren weiterhin Wirkstoffe wie Lenalidomid, Thalidomid und Pomalidomid den Markt. Lenalidomid (Revlimid) ist ein beliebtes Medikament zur Behandlung des multiplen Myeloms. Es wird von Bristol Myers Squibb vertrieben und erzielte 2024 einen Gesamtumsatz von 5,77 Milliarden US-Dollar, einschließlich des multiplen Myeloms. Trotz des Markteintritts von Generika wie Tevas Lenalidomid, unterstützt durch Zuzahlungsprogramme in den USA, behält das Markenprodukt aufgrund seiner etablierten Rolle sowohl in der Erstdiagnose als auch in der Erhaltungstherapie einen bedeutenden Marktanteil. Pomalidomid, häufig in Kombination mit niedrig dosiertem Dexamethason eingesetzt, ist eine wichtige Behandlungsoption für Patienten mit rezidiviertem oder refraktärem multiplem Myelom (RRMM), insbesondere für solche, die gegen Lenalidomid und Bortezomib resistent sind.
Proteasom-Inhibitoren (PIs) machen ebenfalls einen erheblichen Teil des Marktes aus. Bortezomib (Velcade), der erste seiner Klasse-Proteaseinhibitoren (PI), der 2003 zugelassen wurde, ist weiterhin integraler Bestandteil von Erstlinien-Therapien wie VRd (Bortezomib, Lenalidomid, Dexamethason). Carfilzomib (Kyprolis), zugelassen 2012, erzielt tiefere Remissionen und wird aufgrund seiner höheren Kosten und seines kardiovaskulären Toxizitätsprofils primär bei Rezidiven eingesetzt. Ixazomib (Ninlaro), der erste orale PI, gewann während und nach der COVID-19-Pandemie aufgrund seiner einfachen Anwendung und der Möglichkeit, Krankenhausbesuche zu reduzieren, an Popularität und wurde so zu einer bevorzugten Option für die Erhaltungstherapie.
Kortikosteroide wie Dexamethason und Prednison sind in allen Therapieschemata unverzichtbare Begleitmedikamente. Sie verstärken die Wirksamkeit der primären Wirkstoffe und tragen durch ihre immunsuppressive Wirkung zur Behandlung von Entzündungen, Übelkeit und Schmerzen bei.
Während IMiDs, Proteasom-Inhibitoren und Kortikosteroide weiterhin die Basis der Behandlung bilden, gewinnen neuere Wirkstoffklassen zunehmend an Bedeutung. HDAC-Inhibitoren wie Panobinostat (Farydak) bieten einen neuartigen epigenetischen Ansatz, sind aber aufgrund von Bedenken hinsichtlich der Toxizität weitgehend auf stark vorbehandelte Patienten beschränkt. Zu den vielversprechendsten Fortschritten zählt die Entwicklung bispezifischer Antikörper. Teclistamab (Tecvayli), der erste zugelassene bispezifische Antikörper gegen CD3 und BCMA, zeigte tiefe und anhaltende Remissionen bei Patienten mit mehreren Vortherapien. Derzeit wird in Studien sein Einsatz in einem früheren Stadium der Behandlung untersucht.
Darüber hinaus haben CAR-T-Zelltherapien wie Idecabtagene Vicleucel (Abecma) und Ciltacabtagene Autoleucel (Carvykti) die Behandlungsmöglichkeiten für stark vorbehandelte Patienten revolutioniert. Sie bieten personalisierte Einmalinfusionen, die zu tiefen und anhaltenden Remissionen führen.
Die Therapielandschaft des Multiplen Myeloms wird zunehmend vielfältiger und personalisierter, wobei die Therapien auf unterschiedliche Krankheitsmechanismen abzielen.
Nach Krankheitsstadium: Rezidiviertes/refraktäres Multiples Myelom führt den Markt an, gefolgt von neu diagnostiziertem
Multiplen Myelom. Die Behandlung des Multiplen Myeloms (MM) entwickelt sich aufgrund klinischer Fortschritte, verbesserter Diagnostik und eines gestiegenen Bewusstseins für die Erkrankung rasant. Der Markt ist in neu diagnostiziertes Multiples Myelom (NDMM) und rezidiviertes/refraktäres Multiples Myelom (RRMM) unterteilt, die jeweils unterschiedliche klinische Bedürfnisse und Möglichkeiten aufweisen.
Die NDMM-Behandlung umfasst typischerweise Induktionsregime wie Bortezomib, Lenalidomid und Dexamethason (VRd), gefolgt von einer autologen Stammzelltransplantation (ASCT) und einer Erhaltungstherapie. Die Behandlungsstrategien werden durch das Alter des Patienten, die Eignung für eine Transplantation und das zytogenetische Risiko beeinflusst. Weltweit wurden im Jahr 2021 148.754 neue Fälle von multiplem Myelom (MM) verzeichnet.
Rezidiviertes oder refraktäres MM (RRMM) dominiert den Therapiemarkt, bedingt durch Patienten, deren Erkrankung mehrere Therapielinien durchlaufen hat. Der Anstieg refraktärer Fälle steigert den Marktwert, insbesondere durch Therapien der nächsten Generation wie CAR-T-Zell-Therapien (z. B. Ide-cel und Cilta-cel) sowie Carvykti (Cilta-cel) mit einem Preis von 465.000 US-Dollar pro Patient. Hochwertige monoklonale Antikörper wie Isatuximab, das für eine 30-ml-Injektion (500 mg/25 ml) 3.789 US-Dollar kostet, tragen ebenfalls wesentlich zum Umsatz bei.
Nach Darreichungsform: Orale Medikamente führend, gefolgt von Injektionspräparaten.
Der Markt für die Behandlung des Multiplen Myeloms wird zunehmend von zwei Darreichungsformen geprägt: oralen und parenteralen. Orale Formulierungen (Tabletten und Kapseln) dominieren den Markt mit einem gemeinsamen Anteil von über 50 %. Die orale Verabreichung bietet Flexibilität bei komplexen Behandlungsplänen und eine höhere Patientenadhärenz. Zu den Injektionspräparaten gehören hochpreisige monoklonale Antikörper und CAR-T-Zellen, die typischerweise intravenös verabreicht werden. Diese gelten nicht als Erstlinientherapie und sind Patienten im fortgeschrittenen Stadium vorbehalten.
Nach Vertriebskanal: Offline-Kanäle führen den Markt an, während Online-Kanäle den Zugang erleichtern.
Die Vertriebslandschaft für die Behandlung des Multiplen Myeloms (MM) umfasst zwei Hauptkanäle: Offline-Kanäle (Krankenhausapotheken und spezialisierte Einzelhandelsapotheken) und Online-Apotheken. Der Offline-Kanal mit Krankenhausapotheken und spezialisierten Einzelhandelsapotheken bleibt die wichtigste Bezugsquelle für MM-Medikamente. Es wird geschätzt, dass dieses Segment einen Marktanteil von rund 80 % erreichen und seine führende Position im Prognosezeitraum behaupten wird.
Online-Apotheken entwickeln sich rasant zu einem wichtigen Vertriebskanal. Angetrieben von der Nachfrage nach Komfort und digitalen Gesundheitslösungen bieten sie Hauslieferungen, Preistransparenz und Informationsmaterialien und positionieren sich damit für weiteres Wachstum im Bereich der MM-Behandlung während des Prognosezeitraums.
Da die Versorgung von Patienten mit multiplem Myelom zunehmend dezentralisiert wird, ist die Integration dieser Kanäle entscheidend, um die Therapietreue der Patienten zu verbessern, Behandlungsunterbrechungen zu reduzieren und optimale Behandlungsergebnisse zu gewährleisten. Eine nahtlose Zusammenarbeit zwischen Gesundheitsdienstleistern, Kostenträgern und Apotheken wird diese Integration vorantreiben und letztendlich die Patientenerfahrung verbessern.
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Nach Regionen: Nordamerika ist führend, während der asiatisch-pazifische Raum und die Schwellenländer das zukünftige Wachstum des Marktes für multiples Myelom vorantreiben
Der globale Markt für multiples Myelom ist geografisch in Nordamerika, Europa, Asien-Pazifik, Südamerika sowie den Nahen Osten und Afrika unterteilt, wobei jede Region unterschiedliche Wachstumsmuster und Marktdynamiken aufweist.
Nordamerika hält den größten Anteil am Weltmarkt, vor allem aufgrund der hohen Inzidenz des Multiplen Myeloms, der robusten Gesundheitsinfrastruktur und der frühen Anwendung fortschrittlicher Therapien. Die altersstandardisierte Inzidenzrate liegt in den USA bei 4,8 % und in Kanada bei 5,3 %. Hinzu kommen steigende Ausgaben für Medicare, was das Marktwachstum begünstigt. Im Jahr 2021 waren 63,4 Millionen Menschen über Medicare Teil D versichert, gegenüber 52,4 Millionen im Jahr 2013. Die Region verfügt zudem über eine starke pharmazeutische Produktionslandschaft mit großen Unternehmen wie Johnson & Johnson, Amgen und Bristol Myers Squibb, die massiv in Forschung und Entwicklung sowie klinische Studien investieren. Darüber hinaus tragen Patientenorganisationen und Aufklärungsarbeit von Pharmaunternehmen zur Sensibilisierung für das Multiple Myelom bei.
Europa behauptet weiterhin eine starke Position auf dem Markt für multiples Myelom, was auf hochentwickelte Gesundheitssysteme und umfangreiche EU-finanzierte onkologische Forschung zurückzuführen ist. In Schlüsselmärkten wie Deutschland, Großbritannien und Frankreich steigen Inzidenz und Mortalität. Hohe Arzneimittelkosten und im Vergleich zu den USA längere Zulassungsverfahren bremsen jedoch das Marktwachstum.
Die Region Asien-Pazifik ist das am schnellsten wachsende Marktsegment, angetrieben durch ein steigendes Bewusstsein und den erweiterten Zugang zu neuartigen Therapien. In China liegt die Prävalenz des Multiplen Myeloms bei 6,88 pro 100.000 Einwohner, die Inzidenzrate bei 1,60 pro 100.000 Personenjahre, was auf einen erheblichen Behandlungsbedarf hindeutet. In Japan und Indien ist ein Anstieg klinischer Studien und Produkteinführungen zu verzeichnen. In Japan wurde Sarclisa (Isatuximab) im Februar 2025 vom Ministerium für Gesundheit, Arbeit und Soziales zugelassen.
Der Nahe Osten und Afrika haben aufgrund regionaler Ungleichheiten und eines schwachen Gesundheitssystems in afrikanischen Ländern den geringsten Anteil am Markt für Multiples Myelom. Zu den führenden Ländern in dieser Region zählen die großen GCC-Staaten, insbesondere Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate und Südafrika.
Aktuelle Entwicklungen,
28. April 2025: Regenerons Lynozyfic (Linvoseltamab) erhält EU-Zulassung für refraktäres multiples Myelom.
Die Europäische Kommission hat Lynozyfic unter Auflagen für Erwachsene mit rezidiviertem/refraktärem multiplem Myelom zugelassen. Lynozyfic ist die erste BCMA-CD3-Therapie, die alle vier Wochen verabreicht werden kann. Die Zulassung basiert auf der LINKER-MM1-Studie. Diese Studie zeigte, dass Lynozyfic eine Ansprechrate von 71 % und eine vollständige Remission von mindestens 50 % bei einer medianen Ansprechdauer von 29 Monaten erzielt.
17. März 2025: AstraZeneca übernimmt EsoBiotec für bis zu 1 Mrd. US-Dollar (425 Mio. US-Dollar sofort, 575 Mio. US-Dollar bei Meilensteinzahlungen).
EsoBiotec verfügt über eine lentivirale Vektorplattform, die die Entwicklung von sofort verfügbaren Zelltherapien ermöglicht. Diese Akquisition erweitert das Zelltherapie-Portfolio von AstraZeneca, zu dem auch die 1,2 Mrd. US-Dollar schwere Übernahme von Gracell im Jahr 2023 gehört.
12. Februar 2025: Opna Bios OPN-6602 erhält Orphan-Drug-Status für Multiples Myelom.
Opna Bio gab bekannt, dass sein oraler EP300/CBP-Bromodomänen-Inhibitor OPN-6602 von der FDA den Orphan-Drug-Status für die Behandlung des rezidivierten/refraktären Multiplen Myeloms erhalten hat. OPN-6602 befindet sich in Phase-I-Studie.
9. Dezember 2024: GSK meldet 42 % reduziertes Sterberisiko durch Blenrep-Kombination beim Multiplen Myelom.
GSKs Blenrep reduzierte in Kombination mit Bortezomib und Dexamethason das Sterberisiko bei Patienten mit rezidiviertem/refraktärem Multiplen Myelom um 42 %. Dies geht aus Zwischenergebnissen der DREAMM-7-Studie hervor.
Patienten, die mit der Blenrep-Kombination behandelt werden, haben im Vergleich zur Standardtherapie eine voraussichtlich um fast drei Jahre längere Lebenserwartung. GSK hat erneut einen Antrag auf FDA-Zulassung eingereicht; eine Entscheidung wird bis Juli 2025 erwartet. In China wurde dem Medikament ein beschleunigtes Zulassungsverfahren gewährt. Nachdem es zwischenzeitlich vom US-Markt genommen worden war, wird es nun für ein Comeback positioniert; das prognostizierte Umsatzpotenzial liegt bei über 3,99 Milliarden US-Dollar.
Wichtigste Wettbewerber
Segmentierung des globalen Marktes für die Behandlung des Multiplen Myeloms
Nach Wirkstoffklasse:
Nach Krankheitsstadium:
Nach Darreichungsform:
Nach Vertriebskanal:
Nach Geographie
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