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Bahnbrechender Deal: AstraZeneca und Daiichi stehen kurz vor einer Vereinbarung zum Marktzugang für ein lebensverlängerndes Brustkrebsmedikament in Großbritannien

9. Juli 2026     Autor: Astute Analytica

Nach langwierigen Verhandlungen AstraZeneca und Daiichi Sankyo kurz vor dem Abschluss einer Preisvereinbarung mit der britischen Arzneimittelpreisbehörde. Dies könnte den Zugang zu Enhertu– einer bahnbrechenden Brustkrebstherapie – für Tausende von Patientinnen in England und Wales ermöglichen.

Die Droge im Mittelpunkt des Deals

Enhertu (Trastuzumab Deruxtecan) ist ein Antikörper-Wirkstoff-Konjugat, das von AstraZeneca und Daiichi Sankyo gemeinsam entwickelt wurde. Es konnte bei bestimmten Patientinnen mit HER2-niedrigem Brustkrebs, einem Subtyp, der einen erheblichen Anteil aller Brustkrebsdiagnosen. Die Therapie ist in anderen wichtigen Märkten bereits weit verbreitet, weshalb der verzögerte Zugang in Großbritannien bei Patientenorganisationen und Ärzten für Unmut sorgt.

Laut Astute Analytica wurde der globale Markt für die Behandlung von HER2-positivem Brustkrebs im Jahr 2024 auf 8,56 Milliarden US-Dollar geschätzt und soll bis 2033 auf 18,67 Milliarden US-Dollar anwachsen, was einem durchschnittlichen jährlichen Wachstum von 9,1 % im Prognosezeitraum entspricht.

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Warum ist dieser Deal wichtig?

Die bevorstehende Einigung könnte eine Lösung für eine vielbeachtete Pattsituation darstellen, die sowohl von Onkologen als auch von Patientengruppen kritisiert wurde. Zuvor hatte das britische National Institute for Health and Care Excellence (NICE) Enhertu nach seinem bestehenden Bewertungsrahmen als nicht kosteneffektiv eingestuft. Jüngste Änderungen der britischen Arzneimittelpreisgestaltung – eingeführt im Rahmen eines Handelsabkommens mit der Trump-Administration – haben die Bewertungsgrundlagen jedoch verändert und neuen Verhandlungsspielraum geschaffen. 

Sollte die Vereinbarung zustande kommen, würde sie Frauen in England und Wales mit bestimmten Formen von Brustkrebs den Zugang zu einer Behandlung ermöglichen, die ihr Leben deutlich verlängern könnte. Für viele stellt Enhertu eine wichtige Therapieoption dar, für die es nur wenige Alternativen gibt, insbesondere im Bereich des HER2-niedrigen Brustkrebses. 

Hintergrund: Eine Geschichte gescheiterter Gespräche

Die Preisverhandlungen für Enhertu gestalteten sich äußerst schwierig. Im November 2024 scheiterten die Gespräche zwischen den Unternehmen und dem NICE, was einen weiteren Fehlversuch bei der Einigung auf einen für beide Seiten akzeptablen Preis darstellte. Dieser Abbruch wurde sinnbildlich für einen umfassenderen Streit darüber, wie die britische Zulassungsbehörde den Wert innovativer Arzneimittel bewertet, insbesondere solcher, die zwar nur einen geringen, aber klinisch relevanten Überlebensvorteil bieten. 

Die von Bloomberg News gemeldeten neuen Fortschritte lassen vermuten, dass beide Seiten einen Mittelweg gefunden haben – wahrscheinlich unter Einbeziehung vertraulicher Rabatte oder ergebnisorientierter Zahlungsstrukturen –, der mit den überarbeiteten Kosteneffektivitätsschwellen von NICE übereinstimmt.

Wie geht es weiter?

Obwohl die Einigung als „nahezu abgeschlossen“ gilt, steht die formelle Bestätigung von AstraZeneca, Daiichi Sankyo oder NICE noch aus. Nach der Zulassung könnte Enhertu vorbehaltlich der endgültigen Vertragsgestaltung und logistischen Klärung über den Nationalen Gesundheitsdienst (NHS) in England und Wales eingeführt werden.

Für Patienten und Ärzte stellt diese Entwicklung einen lang ersehnten Schritt hin zu einem gleichberechtigten Zugang zu einer der vielversprechendsten Neuerungen in der Onkologie dar. Für die Pharmaindustrie signalisiert sie eine mögliche Entspannung im Preiskampf in Großbritannien, der die Markteinführung und Verbreitung innovativer Therapien bisher zu bremsen drohte.