Marktszenario
Der Markt für CO2-arme Gebäude hatte im Jahr 2025 einen Wert von 721,6 Milliarden US-Dollar und wird voraussichtlich bis 2035 einen Marktwert von 2.049,2 Milliarden US-Dollar erreichen, was einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate (CAGR) von 11 % im Prognosezeitraum 2026–2035 entspricht.
Wichtigste Ergebnisse
Jahrzehntelang galt der Markt für CO₂-armes Bauen lediglich als enormer Ressourcenverbraucher. Doch das hat sich rasant gewandelt: Er gilt heute als treibende Kraft der Dekarbonisierung. Da der Sektor für 34 % der globalen energiebedingten CO₂-Emissionen verantwortlich ist (und die betrieblichen Emissionen kürzlich einen Höchststand von fast 9,8 Gigatonnen erreichten), ist der Druck zum Umdenken nicht mehr nur ökologischer Natur, sondern auch finanzieller und regulatorischer Natur.
Der Sektor für CO₂-armes Bauen wird 2025 nicht mehr von Spekulationen, sondern von der Frage nach dem „Wie schnell?“ geprägt sein. Die Technologien sind vorhanden, das Kapital mobilisiert sich und die Nachfrage ist hoch. Die Gewinner in diesem Markt werden diejenigen sein, die die Lücke zwischen den hohen Kosten CO₂-armer Innovationen und dem enormen globalen Infrastrukturbedarf schließen können.
Nachfragetreiberanalyse: Woher kommt die unstillbare Nachfrage nach nachhaltiger Infrastruktur?
Die Nachfrage nach CO₂-armen Gebäuden entsteht durch das Zusammentreffen von Notwendigkeit und unaufhaltsamem Wachstum. Weltweit wird sich der Gebäudebestand bis 2060 voraussichtlich verdoppeln, was statistisch gesehen dem Bau einer kompletten Stadt New York pro Monat über Jahrzehnte entspricht. Dieses enorme Bauvolumen stellt bei Fortsetzung des bisherigen Geschäftsbetriebs eine massive Belastung dar, bietet aber gleichzeitig ein noch größeres Marktpotenzial für diejenigen, die das Problem des „grauen Kohlenstoffs“ lösen können.
Der Markt erlebt einen tiefgreifenden Wandel im Kaufverhalten, der die Nachfragekurve verändert. Früher galten umweltfreundliche Materialien als exklusives Nischenprodukt, doch laut Prognosen von 2024 sind 40 % der Akteure im Immobilien- und Infrastruktursektor bereit, mehr für Beton mit hoher CO₂-Reduktion zu zahlen. Dies geschieht trotz des derzeitigen Preisaufschlags von rund 75 % für CO₂-armen Zement. Diese Zahlungsbereitschaft signalisiert, dass Immobilieneigentümer ihr Portfolio gegen drohende CO₂-Steuern und Reputationsrisiken absichern. Darüber hinaus ist die Nachfrage nach CO₂-armen Gebäuden nicht nur auf den Neubau beschränkt, sondern auch die Renovierungswelle ist ungebrochen. Angesichts der Energiearmut, von der 34 Millionen Europäer betroffen sind, und des Zusammenhangs zwischen guter Raumluftqualität und erheblichen Steigerungen der kognitiven Leistungsfähigkeit, wird die Sanierung von Gebäuden sowohl aus humanitärer als auch aus Klimaschutzsicht immer wichtiger.
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Trendanalyse: Wie verändern Renovierung und graue Energie die Wertschöpfungskette im Bauwesen?
Die Diskussion um CO₂-armes Bauen geht über die reine Energieeffizienz hinaus und betrachtet den gesamten Lebenszyklus eines Gebäudes. Zwar bleibt der Energieverbrauch im Betrieb weiterhin ein zentrales Thema, doch der bisher vernachlässigte „blinde Fleck“ des grauen Kohlenstoffs, beispielsweise durch Emissionen aus Materialien wie Beton, Stahl und Aluminium, rückt nun in den Mittelpunkt. Allein diese drei Materialien verursachen 23 % der globalen Emissionen. Da erwartet wird, dass der graue Kohlenstoff bis 2050 fast die Hälfte der Emissionen aus Neubauten ausmachen wird, setzt der Markt verstärkt auf alternative Materialien.
Dieser Trend zeigt sich besonders deutlich in der Entwicklung des Marktes für Massivholzkonstruktionen, der 2024 einen Wert von 1,3 Milliarden US-Dollar erreichte. Trotz allgemeiner wirtschaftlicher Herausforderungen im Baugewerbe wurden allein im Jahr 2024 in Nordamerika 155 Massivholzprojekte im Bereich des CO₂-armen Bauens vorangetrieben. Gleichzeitig befindet sich die Stahlindustrie in einem radikalen Wandel: Die Produktion von grünem Wasserstoffstahl soll bis 2035 46 Millionen Tonnen erreichen. Der Trend ist eindeutig: Die Wertschöpfungskette wird vom Bergwerk bis zur Baustelle dekarbonisiert. Ein weiteres enormes Potenzial bietet die Umnutzung bestehender Gebäude. Daten des AIA 2030 Commitment zeigen, dass 46 % der gemeldeten Projekte im Jahr 2024 Sanierungen waren. Architekten und Bauträger entscheiden sich zunehmend für die Modernisierung bestehender Gebäude anstatt für Abriss und Neubau und gehen damit zu der Erkenntnis über, dass das nachhaltigste Gebäude dasjenige ist, das bereits existiert.
Zukunftslandschaft: Warum investieren Anleger Billionen in den Wandel zum nachhaltigen Bauen?
Der Finanzsektor hat erkannt, dass Klimarisiken auch Investitionsrisiken darstellen, und Kapital fließt in den Markt. Mit einem Emissionsvolumen von über einer Billion US-Dollar konzentriert sich der Markt für grüne Anleihen stark auf den Gebäudesektor. Energieeffizienz und nachhaltiges Bauen machen 46 % des Wertes der grünen Wirtschaft an den öffentlichen Märkten aus. Investoren im Finanzsektor streben nicht nur nach Nachhaltigkeit, sondern auch nach Rendite. Nachhaltig zertifizierte Gebäude erzielen beim Wiederverkauf 8–12 % höhere Preise, was eine attraktive Ausstiegsstrategie für Bauträger darstellt, die in Nachhaltigkeit investieren.
Im Markt für CO₂-arme Gebäude besteht jedoch weiterhin eine große Investitionslücke, die ein enormes Investitionspotenzial für Private Equity und institutionelle Anleger darstellt. Um die Klimaziele zu erreichen, müssen die jährlichen Investitionen in Energieeffizienz bis 2030 auf rund 522 Milliarden US-Dollar verdoppelt werden. Allein in der Europäischen Union sind kumulierte Investitionen von 1,2 Billionen Euro erforderlich, um dieses Ziel zu erreichen (Richtlinie über die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden 2030). Diese Lücke birgt das Marktpotenzial. Wir beobachten zudem eine Demokratisierung dieser Investitionen: Weltweit tätigen private Haushalte 60 % der Energieeffizienzinvestitionen, hauptsächlich durch Sanierungen. Investoren konzentrieren sich nun auf Unternehmen, die Sanierungslösungen skalieren können (allein der europäische Sanierungsmarkt wird voraussichtlich bis zum Ende des Jahrzehnts mit einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von fast 20 % wachsen).
Technologie-Auswirkungsanalyse: Welche Technologien und Meilensteine eignen sich am besten zur Verdrängung fossiler Brennstoffe?
Technologien im Gebäudesektor haben die Pilotphase hinter sich gelassen und sind nun im Massenmarkt angekommen, insbesondere in den Bereichen Elektrifizierung und Digitalisierung. Die Wärmepumpe hat sich zur Vorzeigetechnologie für die Dekarbonisierung der Heizung im Markt für CO₂-arme Gebäude entwickelt. Während Europa aufgrund der volatilen Energiepreise einen vorübergehenden Einbruch erlebte, verzeichneten die USA und China bis 2024 einen Umsatzanstieg von 15 % bzw. 13 %. Auf dem US-Markt haben Wärmepumpen gerade einen symbolischen Meilenstein erreicht: Sie übertrafen Gasheizungen um 30 % – der Beginn vom Ende fossiler Brennstoffe für die Heizung im Wohnungsneubau.
Über die Hardware hinaus erschließt digitale Intelligenz neue Wertschöpfungspotenziale. Der Einsatz digitaler Zwillinge senkt nachweislich die Betriebskosten um bis zu 20 %, und der Markt für intelligente Gebäude wächst zweistellig. Auch die Industrialisierung grüner Technologien schreitet voran: Unternehmen wie H2 Green Steel haben 4,5 Milliarden US-Dollar eingesammelt, um zu beweisen, dass die Dekarbonisierung der Schwerindustrie möglich ist. Ein wichtiger Meilenstein ist der Standard „Zero-Carbon Ready“. Da bis 2030 alle Neubauten die Ziele des Pariser Abkommens erfüllen müssen, wird es in den nächsten fünf Jahren einen Wettlauf um die Implementierung von Technologien zur Integration erneuerbarer Energien vor Ort geben. Derzeit wächst deren Anteil am Endenergiebedarf mit lediglich 5 % viel zu langsam.
Wie wirken strenge Zertifizierungen und strikte Richtlinien als Marktbeschleuniger?
Freiwillige Zertifizierungen und verpflichtende Richtlinien dienen als Anreiz und Druckmittel, um den Markt für CO₂-arme Gebäude voranzutreiben. Auf freiwilliger Basis sind Zertifizierungen wie LEED und BREEAM für erstklassige Immobilien unverzichtbar geworden. BREEAM hat bereits über eine Million Gebäude zertifiziert, und LEED deckt weltweit mehr als 29 Milliarden Quadratfuß ab. Auch diese Zertifizierungen entwickeln sich stetig weiter; so zeigt beispielsweise der Anstieg der BREEAM-Zertifizierungen für Rechenzentren um 200 % im Jahr 2024, wie stark sich auch Nischenimmobilien diesem Trend anschließen. Die Daten belegen, dass zertifizierte Gebäude nicht nur CO₂ einsparen, sondern auch ihren Wert erhalten.
Auf regulatorischer Ebene wandelt sich die Situation im Markt für CO₂-arme Gebäude von passiver Förderung hin zu aktiver Durchsetzung. 2025 markiert einen Wendepunkt für Frankreich: Das Verbot der Vermietung von Gebäuden mit der niedrigsten Energieeffizienz zwingt Vermieter dazu, ihre Immobilien entweder zu sanieren oder zu veräußern. Vietnam hat verpflichtende Treibhausgasbilanzen für große Bauprojekte eingeführt, und der US Inflation Reduction Act hat einen Produktionsboom für CO₂-arme Materialien ausgelöst. Dennoch besteht eine gefährliche Lücke: 50 % aller Neubauten weltweit entstehen nach wie vor in Ländern ohne verbindliche Energiegesetze. Dieses regulatorische Vakuum stellt das größte Risiko für den Sektor dar und wird gleichzeitig aufzeigen, wo politische Interessenvertretung und internationale Hilfe in den kommenden Jahren ansetzen werden.
Segmentanalyse
Steigende Nachfrage nach thermischer Effizienz und Kreislaufwirtschaft bei Brennstoffmaterialien
Energieeffiziente Materialien dominieren den Markt für CO₂-armes Bauen mit einem Anteil von 47,55 %, vor allem weil Bauherren den Fokus auf die Gebäudehülle legen, um Betriebskosten zu senken. Die Kingspan Group erweiterte ihr Portfolio an Naturfasern 2024 durch die Mehrheitsübernahme von HempFlax und führte die Produktreihe „HemKor“ ein, um die Nachfrage nach biobasierten Dämmstoffen zu decken. Saint-Gobain setzte mit dem Kauf von CSR Limited strategisch auf die Integration von Hochleistungsbauprodukten in seine globale Lieferkette. Holcim berichtete, dass sein CO₂-neutraler Zement ECOPlanet mittlerweile in über 30 Märkten erhältlich ist und beweist, dass nachhaltige Alternativen immer mehr Anklang finden. Zudem hat die verschärfte Regulierung der Wärmedämmung in Wolkenkratzern zu einem sprunghaften Anstieg der Nachfrage nach Vakuumisolationsglas geführt.
Auch Industrieunternehmen modernisieren ihre Produktionskapazitäten, um den Trend zu kohlenstoffarmem Bauen zu unterstützen. Owens Corning hat sein Mineralwolle-Sortiment erweitert, um den Anforderungen industrieller Hochtemperaturanwendungen mit hohem Dekarbonisierungsbedarf gerecht zu werden. Heidelberg Materials hat „evoZero“ auf den Markt gebracht, den weltweit ersten Netto-Null-Zement durch CO₂- Abscheidung. Die ersten Lieferungen für den CO₂-Abscheidungszement, der 2025 im Nobelzentrum in Stockholm eingesetzt werden soll, sind bereits geplant. Rockwool verzichtet auf Kohle und investiert massiv in elektrische Schmelztechnologien zur Herstellung von Steinwolle. BASF bietet Zertifikate für Biomasse-basierte Dämmstoffe an, mit denen Kunden den Einsatz fossiler Brennstoffe kompensieren können. Knauf Insulation hat seine Strategie bis 2025 darauf ausgerichtet, auf die Zugabe von Formaldehyd zu verzichten und so die Raumluftqualität zu verbessern.
Unternehmensbezogene Netto-Null-Verpflichtungen und Greeniums sollen den kommerziellen Sektor ankurbeln
Gewerbliche Anwendungen machen einen starken Marktanteil von 51,22 % im Bereich klimaneutraler Gebäude aus. Ein Schlüsselfaktor ist dabei die Weigerung multinationaler Unternehmen, nicht konforme Flächen anzumieten. Der Ausblickbericht von JLL für 2025 prognostiziert einen akuten Angebotsmangel an klimaneutralen Büros in Metropolen wie London und New York. Projektentwickler werden dort gezwungen sein, ihre Gebäude aufzurüsten, um Kunden nicht zu verlieren. BlackRock hat die Finanzlandschaft verändert, indem das Unternehmen seine Richtlinien überarbeitet und 150 Milliarden US-Dollar an Fonds vergeben hat, die Risiken der Energiewende bewerten. Amazon setzt mit seinen klimaneutralen Hauptsitzerweiterungen in Arlington und Nashville weltweit Maßstäbe im Bauwesen. Google geht ähnliche Wege und setzt für seine neuen Campus auf Geothermie, um sich vollständig von Erdgas zu lösen.
Finanzielle Anreize tragen ebenfalls dazu bei, die Kluft zwischen nachhaltigen und konventionellen Immobilien im Markt für CO₂-arme Gebäude zu vergrößern. Daten von CBRE bestätigen, dass erstklassige Büros mit CO₂-Zertifizierung deutlich höhere Mieten erzielen als ältere Objekte. Empire State Realty Trust hat proaktiv Windenergie beschafft, um den gesamten Strombedarf seines Gewerbeimmobilienportfolios zu decken. Hotelketten setzen IoT-Systeme ein, um die Emissionen pro Gast und Nacht zu erfassen und so umweltbewussten Reisenden entgegenzukommen. Rechenzentrumsbetreiber verwenden vermehrt umweltfreundlichen Stahl, um die Scope-3-Emissionen zu reduzieren. Der Bericht „Green Tipping Point“ legt nahe, dass die anstehenden Mietvertragsausläufe mit den Klimazielen für 2030 kollidieren und eine rasche Sanierung erforderlich ist.
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Fortschritte bei Massivholz und umweltfreundlichem Stahl definieren die Struktur neu
Bauteile machen mit 42 % den größten Marktanteil im Bereich klimaneutraler Gebäude aus, da Ingenieure endlich den CO₂-intensiven Beton durch leichtere und intelligentere Alternativen ersetzen. Die Aktualisierungen des International Building Code für 2024 und 2025 legen weniger Beschränkungen für Massivholzkonstruktionen fest und ebnen den Weg für 18-stöckige Holzhochhäuser in den USA. Mercer Mass Timber hat diese Entwicklung erkannt und zahlreiche Werke für Brettsperrholz errichtet, um die steigende Nachfrage zu bedienen. Nucor hat kürzlich „Aeos“ vorgestellt, ein klimaneutrales Stahlprodukt für schwere Tragbalken. Blue Planet Systems skaliert erfolgreich die Produktion seines aus abgeschiedenem CO₂ hergestellten synthetischen Kalksteinaggregats für Konstruktionsbeton, um Gebäude zu CO₂-Senken zu machen.
Die Schwerindustrie wandelt sich rasant, um den strukturellen Anforderungen des Marktes für CO₂-armes Bauen gerecht zu werden. ArcelorMittal liefert seinen recycelten Stahl XCarb für große Infrastrukturprojekte, beispielsweise für Fundamente von Anlagen zur Erzeugung erneuerbarer Energien. Modvion hat die Eignung von Holz für die Schwerindustrie unter Beweis gestellt, indem das Unternehmen Windkraftanlagentürme aus Holz errichtet hat. Brimstone hat eine wichtige Zertifizierung durch eine unabhängige Prüfstelle erhalten, die bestätigt, dass sein auf Gestein basierender Portlandzement die Anforderungen der amerikanischen Baustoffnormen (ASTM) erfüllt. CEMEX hat den CO₂-armen Beton Vertua für Autobahnpfeiler eingeführt. Das Wohnbauprojekt „Heartwood“ in Seattle zeigt, dass das Konzept des Massivholzbaus auch im Wohnungsbau realisierbar ist. Die „Hybrit“-Technologie des schwedischen Stahlherstellers SSAB ermöglicht die Herstellung von fossilfreiem Stahl für Gebäuderahmen.
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Regionale Analyse
Strenge europäische Klimapolitik und industrielle Modernisierungen stärken die regionale Marktführerschaft.
Europa ist derzeit mit einem Marktanteil von 39,17 % führend auf dem Markt für CO₂-arme Gebäude. Dies ist vor allem darauf zurückzuführen, dass die Region von freiwilligen zu rechtsverbindlichen Zielen übergegangen ist. 2024 verabschiedete die EU die überarbeitete Richtlinie über die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden (EPB-Richtlinie), die nun die Emissionsfreiheit aller neuen öffentlichen Gebäude bis 2028 vorschreibt. Dieser politische Druck veranlasste Heidelberg Materials, sein Werk in Brevik (Norwegen) mit einer mechanischen Technologie fertigzustellen – die erste industrielle Anlage der Zementindustrie zur CO₂-Abscheidung. Auch Schweden geht neue Wege: SSAB bestätigte die Umrüstung seines Werks in Luleå zu einem Großprojekt für grünen Stahl im Wert von 4,8 Milliarden US-Dollar. Gleichzeitig startete im September 2024 in Großbritannien der Pilotversuch für den Standard für Netto-Null-Kohlenstoff-Gebäude (Net Zero Carbon Buildings Standard) und bietet Bauherren damit klare technische Grenzwerte für graue Energie.
Unternehmen reagieren schnell auf diese regulatorischen Signale, um sich ihren Platz im Markt für CO₂-armes Bauen zu sichern. Saint-Gobain hat kürzlich die Übernahme von Fosroc abgeschlossen, um seine Position im Markt für nachhaltige Bauchemikalien auf dem Kontinent zu festigen. ArcelorMittal hat bereits mit dem Bau eines Elektrolichtbogenofens mit einer Kapazität von 1,1 Millionen Tonnen in Gijón, Spanien, begonnen und damit die Versorgung mit umweltfreundlichen Stahlschienen sichergestellt. Holcim setzt seinen CO₂-armen ECOPact-Beton in seiner europäischen Flotte vollständig ein, um den Infrastrukturbedarf zu decken. Darüber hinaus haben Parmaco und SSAB einen wegweisenden Vertrag für das weltweit erste fossilfreie Stahlkonzeptgebäude unterzeichnet, das bis 2025 in Finnland realisiert werden soll. Diese gemeinsamen Anstrengungen sind der Grund dafür, dass Europa im Markt für CO₂-armes Bauen eine Vorreiterrolle einnimmt.
Nordamerika beschleunigt die Dekarbonisierung mit rekordhohen Bundesmitteln und materiellen Umstrukturierungen.
Nordamerika hat im globalen Markt für CO₂-arme Gebäude 2024 dank umfangreicher staatlicher Förderprogramme und eines deutlichen Wandels der Heizgewohnheiten der Verbraucher einen starken Trend hin zu CO₂-armen Technologien vollzogen. Die Region verzeichnete 2024 Lieferungen von Wärmepumpen in den USA in Höhe von rund 4,1 Millionen Einheiten und setzte damit einen wichtigen Trend fort, bei dem diese elektrischen Geräte Gasheizungen um 32 % übertrafen. Die staatliche Unterstützung war ein entscheidender Impulsgeber: Das Energieministerium stellte im März 2024 6 Milliarden US-Dollar für Projekte zur Dekarbonisierung der Industrie bereit, darunter 500 Millionen US-Dollar als spezifische Zuschüsse für Heidelberg Materials zur CO₂-Abscheidung.
Innovationen im Materialbereich erhielten ebenfalls beispiellose finanzielle Unterstützung. So erhielt Sublime Systems beispielsweise eine staatliche Förderung in Höhe von 87 Millionen US-Dollar für die Skalierung der Produktion von fossilfreiem Zement. Gleichzeitig wurde Brimstone Energy mit einem Zuschuss von 189 Millionen US-Dollar für die Herstellung von CO₂-negativem Portlandzement ausgezeichnet. Auch im regionalen Markt für CO₂-arme Gebäude war die Marktakzeptanz sauberer Technologien zu beobachten. Allein im Jahr 2024 nutzten Hausbesitzer die Steuervergünstigungen des Inflation Reduction Act für 453.000 Wärmepumpeninstallationen. Unternehmensstrategien spiegelten diesen Wertewandel wider: Holcim kündigte die Ausgliederung seines Nordamerikageschäfts mit einer angestrebten Bewertung von über 30 Milliarden US-Dollar an. Bedeutende Konsolidierungen, wie die 3,9 Milliarden US-Dollar schwere Übernahme von Masonite durch Owens Corning, deuten ebenfalls darauf hin, dass sich der Markt im Hinblick auf nachhaltige Gebäudehüllen und energieeffiziente Sanierungen neu organisiert.
Der asiatisch-pazifische Raum ist weltweit führend in Bezug auf das Volumen, mit rasanter Urbanisierung und massivem Bedarf an Elektrifizierung.
Der asiatisch-pazifische Raum festigte seine Position als weltweit größter Baumotor im Markt für CO₂-arme Gebäude im Jahr 2024. Die rasante Urbanisierung trieb die Verbreitung von nachhaltigen Gebäuden in großem Umfang voran. Der Markt für nachhaltiges Bauen in der Region wird 2024 voraussichtlich einen Umsatz von 212,88 Milliarden US-Dollar erzielen, wovon allein der Wohnsektor mit 52,3 % einen Marktanteil im Wert von 111,3 Milliarden US-Dollar ausmacht. Indien ist mittlerweile ein Vorreiter im Bereich nachhaltiger Zertifizierungen. Der Indian Green Building Council meldete bis Oktober 2024 eine kumulierte grüne Fläche von 12,3 Milliarden Quadratfuß in 14.511 Projekten. Im Gewerbeimmobilienbereich haben sich grün zertifizierte Gebäude als klare Wahl für Mieter etabliert: 82 % aller Büroflächenvermietungen in Indien entfallen mittlerweile auf grün zertifizierte Gebäude.
China ist im weltweiten Wettlauf um die Elektrifizierung weiterhin führend. Der chinesische Markt für Wärmepumpen wird 2024 auf 10,47 Milliarden US-Dollar geschätzt. Die Nachfrage nach CO₂-armen Gebäuden wächst stetig: In den ersten sechs Monaten des Jahres stieg der Absatz von Wärmepumpen um 13 %. Luftwärmepumpen sind mit einem Marktanteil von 83 % in China führend. Grenzüberschreitende Investitionen verändern die Lieferketten der Region grundlegend. Ein bemerkenswertes Beispiel ist der strategische Markteintritt von Saint-Gobain in Australien mit der 3 Milliarden US-Dollar schweren Übernahme von CSR Limited. Selbst etablierte Märkte wie Japan entwickeln sich positiv: Trotz der allgemeinen wirtschaftlichen Herausforderungen verzeichnete Japan einen Absatzanstieg von 1 % bei Wärmepumpen.
Wichtigste Entwicklungen im Markt für kohlenstoffarme Gebäude
Führende Unternehmen im Markt für kohlenstoffarmes Bauen
Übersicht über die Marktsegmentierung
Nach Typ
Nach Komponente
Auf Antrag
Nach Region
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